Die Wirtschaft isch dees wo der Wirt schafft
Ich habe am Wochenende gehört, dass Porsche ein einmaliges Ding in der Wirtschaftsgeschichte gedreht hat: Bei einem Umsatz von 7,4 Mrd. € einen Gewinn von 8,57 Mrd. € einzufahren, das hat bisher noch keiner können. Auch wenn bei mir die erste Version meiner Steuererklärung manchmal ähnlich aussieht, so kommt doch beim Überarbeiten meist schnell der Fehler zutage.
Nicht so bei Porsche. In einer Zeit, wo alles, was Wert hat, ins Schwanken gerät und Millionen Anleger viel bis alles verlieren, machen die Schwaben nicht nur den höchsten Gewinn ihrer Geschichte, sondern lassen diesen auch noch höher als den Umsatz ausfallen. Ich verstehe natürlich extrem wenig davon, wie sie das gemacht haben. Das will ich auch nicht wirklich… aber was ich verstehe ist, dass mir dadurch das Gefühl genommen wird, dass Geld Wert hat. Offensichtlich ist Geld und der Wert, den Geld zum jeweiligen Zeitpunkt verkörpert, nur noch eine Kugel im Flipperautomat milliardenschwerer Konzerne.
Was heißt das für mich? Letztendlich eine Botschaft an die, die wollen, dass ich ihnen mein Geld anvertraue, sei es in Form von Aktien oder Anleihen, Optionsscheinen oder Anteilen; Fonds oder was auch immer: ich vertraue Euch nicht. Macht was ihr wollt, aber ich lege mein Geld lieber in ein gutes Essen oder einen schönen Urlaub an, bevor ihr es wieder verzockt.
Mir ist es nämlich völlig wurscht, dass ich mit Porsche diesmal Gewinn gemacht hätte. Wer weiß, wann ich mit denen Verlust mache? Solange hier die Gewinnmaximierung auf Teufel komm raus verfolgt wird, braucht man sich nicht wundern, wenn er dann auch ab und zu rauskommt, der Teufel. Und wenn er das tut, grinst er. Also: meins bleibt meins.
Martin sagte,
November 15, 2008 um 11:14
Leg doch dein Geld in einen neuen Porsche an. Ein Boxter Cabrio wäre doch nicht schlecht, oder? Kannst aber auch gerne weiterhin einen Ford fahren, ist ja fast das selbe.