Wer braucht Taschen? oder Wie kann ich einen fremden Gott erleben?
Die Bibel; Lukas 9,3:
… und er sprach zu ihnen: „nehmt nichts mit auf den Weg: weder Stab, noch Tasche, noch Brot, noch Geld, noch soll jemand zwei Unterkleider haben!“
Das und mehr sagt Jesus zu seinen Weggefährten, als er sie allein losschickt, damit sie ihren Job tun. Hardimitzn: als ob es nicht schon Stress genug bedeuten würde, für diesen alles beanspruchenden Mann unterwegs zu sein, verbietet er nun auch noch, Vorräte mitzunehmen und für die eigene Unabhängigkeit zu sorgen. Die Leute, die hören und erleben wollen, was die Jungs zu sagen und zu geben haben, werden schon für sie sorgen.
Vor ein paar Wochen war ich auf einem Treffen von Leuten, die in ihrem eigenen Lebenskontext aktiv unsere Gesellschaft gestalten wollen: Querdenker, Mitdenker, Gegendenker, Hinterfrager, Vorsager, Spinner, Geschäftsleute, Lebenskünstler, Vorreiter, … n Haufen engagierter Leute jedenfalls, denen unsere Zukunft was bedeutet. Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie Menschen in der Postmoderne Gott erleben. Darüber gibts n paar coole Gedanken auf youtube, die ich empfehle gesehen zu haben:
Die Moderne Christenheit hat den Fehler begangen, sich von der Welt unabhängig zu machen. Nicht nur hat sie sich abgeschottet, um in heile-Segen-Verhältnissen ihren unterschwellig selbst empfundenen Minderwert ignorieren zu können – auch hat sie sich als so weit im Reiche Gottes lebend betrachtet, dass sie die Freundschaft, das Leid, den Spaß und die Leidenschaften der Welt nicht mehr als teilenswert gewürdigt hat. Jesus macht hier ein anderes Prinzip klar: Jungs, ihr habt was zu sagen über die Kernfragen von Sinn, Gottes Interesse am Menschen und Erlösung. Sorgt für Glaubwürdigkeit, indem ihr Leute von Zwängen und Krankheiten befreit, und indem ihr in Abhängigkeit davon lebt, ob sie euch aufnehmen. Mit anderen Worten: lasst euch auf ihre Welt ein. Taucht ein in ihren Alltag! Nehmt von ihnen, dann werden sie auch von euch nehmen.
Ehrlich gesagt, ich glaube, der Missionsbefehl wär erfüllt, wenn wir das täten. Wenn wir uns auf Menschen einlassen, entsteht Beziehung. Das führt zu gegenseitigem Ernstnehmen und zu Austausch über die Dinge, die für die Beteiligten bedeutsam sind. Das hieße, dass sich Menschen, die Gott nicht mehr auf dem Schirm haben, so lange mit ihm beschäftigen, dass sie nicht ständig von seinem schwach qualifizierten Bodenpersonal abgelenkt werden. Dazu noch n Zitat aus nem Buch, das ich grad les (und außer dieser Stelle bisher bemerkenswert flach finde): „Während ich [...] im Bett liege, frage ich mich, was Gott eigentlich für mich ist.
Viele meiner Freunde haben sich schon lange von der Kirche abgewendet. Sie wirkt auf sie unglaubwürdig, veraltet, vergilbt, festgefahren, unbeweglich, geradezu unmenschlich und somit haben die meisten sich auch von Gott abgewendet. Wenn sein Bodenpersonal so drauf ist, wie muss er selbst dann erst sein… wenn es ihn überhaupt gibt! Geh mir weg mit Gott, sagen die meisten. Ich sehe das anders.
[...]
Gott ist für mich so eine Art hervorragender Film [...], mehrfach preisgekrönt und großartig!
Und die Amtskirche ist lediglich das Dorfkino [...] die Projektionsfläche für Gott. Die Leinwand hängt leider schief, ist verknittert, vergilbt und hat Löcher. Die Lautsprecher knistern, manchmal fallen sie ganz aus [...]. Man sitzt aud unbequemen Holzsitzen und es wurde nicht mal saubergemacht [...]. Viele werden rausgehen und sagen: „Ein schlechter Film.“ Wer aber genau hinsieht, erkennt, dass es sich doch um ein einzigartiges Meisterwerk handelt.“ (Hape Kerkeling, Ich bin dann mal weg).
Ich wünsche mir, dass die, die mit Jesus unterwegs sind, weniger Zeit damit verbringen, am Zustand des Kinos zu arbeiten. Der ist nämlich höchstens minimal zu verändern… aber in Beziehung mit Menschen zu leben, die anders drauf sind, macht peinliche Erklärungen überflüssig: wer sein Leben teilt, versteht und wird verstanden.
Ach ja: wozu jetzt der Film mit der Kleinen am Anfang? Zugegeben, der Zusammenhang ist nicht allzu offensichtlich, aber geil isses, oder?
Nicole sagte,
Dezember 2, 2008 um 9:20
hey! hab gerade erst gemerkt, dass du wieder am bloggen bist – und krass lange dinger reinhaust. daher kann ich noch keinen kommentar zum text abgeben, das muss ich demnächst mal alles lesen, wenn ich zeit hab, aber das taschen-video ist ja ultrakrass – geil!!
muss den link auch bei mir reinsetzen!