Ich habe ein Wunder erlebt

Dezember 9, 2008 at 7:07 (Blogroll, life, the universe and everything)

Ich war beim Arzt. Weil ich eklige Schmerzen in der Lunge hatte. Die haben mich mit Sorge erfüllt, diese Schmerzen… weil ich mal vor ein paar Jahren die Diagnose bekommen habe, dass mein Lungenvolumen bei etwa 60% läge und sowas irreparabel ist. Und weil ich die letzten zweieinhalb Jahre geraucht hab, was laut Arzt ein absolutes don’t ist. Zwar hab ich schon vor ein paar Monaten fast komplett wieder damit aufgehört, trotzdem schlich sich in mein Vorbewusstsein die Befürchtung ein, meiner Lunge zuviel zugemutet zu haben und nun mit vorzeitigem Ableben rechnen zu müssen. Dementsprechend war das natürlich ne belastende Sache, dieser Arztbesuch. 

Nevertheless, da war ich dann. Der Weißbefrackte hat mich gleich mehreren Tests unterzogen und dann ins Wartezimmer zum Zwecke des Zuwartens auf die Ergebnisse samt ärztlicher Interpretation (heißt das Diagnose ;-) ?) geschickt. Da saß ich dann in banger Erwartung des neuerlichen Aufrufs meines Namens, äußerlich ruhig Zeitschrift lesend, innerlich zitternd und nicht unerheblich angespannt. Der Arzt kam mich persönlich holen. Die innere Diskussion darum, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist, will ich dem werten Leser ersparen – wer drauf abfährt, kann es sich vorstellen. Jedenfalls merkte ich beim Zurücklegen der Zeitschrift, dass ich diese Wartezeit offensichtlich mit einem Exemplar einer dieser Schminktipps-neueste-Diät-vorstell-femininer-Erfolgstyp-Hochglanzmagazine verbracht hab. Egal, ab dafür. 

Ich mach es kurz. Der Arzt war trotz hartnäckiger Nachfragen meinerseits nicht von seiner Diagnose abzubringen: alles normal. Das einzige Problem: mein Blut ist zu 98% mit Sauerstoff gesättigt. Normal sind 97%. Dieses niedliche eine Prozent führt dazu, dass man falsch atmet. Daher kommen die Schmerzen. Lungenvolumen? Mit 90% voll im Rahmen. Muskelentspannende Medis, damit die Schmerzen weggehen. Einfachste Therapie: mehrmals täglich in eine leere Plastiktüte atmen. Das führt dazu, dass die Sättigung des Blutes mit Sauerstoff zurückgeht und man nicht mehr so spastisch atmet. 

Manche Lasten bemerkt man erst, wenn man sie loswird. ICH DARF LEBEN!!!! 

2 Kommentare

  1. damaris sagte,

    Hi Axxl,

    krasses Pferd! Was soll ich dazu sagen…Sehr existenziell das ganze oder?

    Ich wünsche Dir viel Spaß beim einatmen in die Tüte- aber nicht kotzen, ja?
    Ist kontraproduktiv.
    Be blessed.

  2. axxl sagte,

    Hey Damaris,

    existentiell – ja, kann man so sagen. Allerdings besteht kaum Veranlassung zum Kotzen… musch Dir keine Sorgen machen!

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